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Omdia-Beobachtung: Britische und amerikanische Kleinnetzbetreiber im Bereich optischer Netze fördern einen neuen FTTP-Boom.

Meldung vom 13. (Ace): Der neueste Bericht des Marktforschungsunternehmens Omida zeigt, dass einige britische und amerikanische Haushalte von FTTP-Breitbanddiensten profitieren, die von kleineren Anbietern (und nicht von etablierten Telekommunikations- oder Kabelfernsehbetreibern) bereitgestellt werden. Viele dieser kleineren Anbieter sind private Unternehmen, die nicht zur Offenlegung ihrer Quartalsergebnisse verpflichtet sind. Sie bauen ihre optischen Verteilnetze (PON) aus und beziehen ihre PON-Ausrüstung von bestimmten Anbietern.

Kleinere Betriebe haben ihre Vorteile

In Großbritannien und den USA gibt es zahlreiche neue Internetanbieter, darunter die britischen AltNets (wie CityFibre und Hyperoptic) sowie die US-amerikanischen WISPs und ländlichen Energieversorger. Laut INCA (British Independent Network Cooperation Association) sind bereits über 10 Milliarden US-Dollar an privaten Investitionen in britische AltNets geflossen, und weitere Milliarden sollen folgen. In den USA rüsten viele WISPs aufgrund von Frequenzbeschränkungen und der stetig wachsenden Nachfrage nach Breitbandanschlüssen auf FTTP (Fiber to the Premises) auf. Zahlreiche US-amerikanische Anbieter konzentrieren sich auf regionale und städtische Glasfasernetze. Beispielsweise bieten Brigham.net, LUS Fiber und Yomura Fiber 10G-Anschlüsse für amerikanische Haushalte an.

Private Macht – Viele dieser kleinen Betreiber sind private Unternehmen, die keine Quartalsberichte über Nutzerziele und Rentabilität veröffentlichen. Obwohl auch sie hart daran arbeiten, die Renditeziele für ihre Investoren zu erreichen, sind diese Ziele langfristig ausgerichtet, und das optische Verteilungsnetz selbst wird in der Regel als wertvolles Gut betrachtet, ähnlich wie bei der Landnahme.

Die Vorteile der gezielten Auswahl – auch weniger etablierte Betreiber können Städte, Gemeinden und sogar Gebäude für den Ausbau von Glasfasernetzen leichter auswählen. Omdia hat diese Strategie mit Google Fiber unterstrichen, und sie wird weiterhin von alternativen Netzbetreibern in Großbritannien und kleineren US-amerikanischen Anbietern angewendet. Ihr Fokus liegt dabei auf unterversorgten Gebieten mit potenziell höherem durchschnittlichem Umsatz pro Nutzer (ARPU).

Die Integration stellt kaum ein Problem dar – viele kleinere Glasfaserbetreiber sind Neueinsteiger im Breitbandmarkt und kennen daher nicht die Schwierigkeiten, OSS/BSS mit älteren Kupfer- oder Koaxialkabeltechnologien zu integrieren. Viele kleinere Betreiber entscheiden sich für nur einen PON-Ausrüster, wodurch die Interoperabilität der Anbieter entfällt.

Kleinere Betriebe beeinflussen das Ökosystem.

Julie Kunstler, leitende Analystin für Breitbandzugang bei Omdia, erklärte, dass die etablierten Betreiber die kleineren Glasfasernetzbetreiber zwar bemerkt hätten, sich die großen Telekommunikationsunternehmen aber auf den Ausbau von 5G-Netzen konzentrierten. Auf dem US-Markt hätten große Kabelfernsehbetreiber zwar begonnen, sich im Bereich FTTP zu engagieren, jedoch verlaufe die Entwicklung sehr langsam. Zudem könnten die etablierten Betreiber die Anzahl der FTTP-Nutzer unter einer Million leicht ignorieren, da diese für die Bewertung durch Investoren irrelevant seien.

Selbst wenn Telekommunikations- und Kabelfernsehbetreiber eigene FTTP-Dienste anbieten, wird es schwierig sein, diese Nutzer zurückzugewinnen. Warum sollte man aus Nutzersicht den Glasfaseranbieter wechseln, außer bei schlechter Servicequalität oder deutlichen Preisnachlässen? Man kann sich eine Integration der vielen alternativen Glasfasernetze (Alternative Nets, ANNs) in Großbritannien vorstellen, die möglicherweise sogar von Openreach übernommen werden. In den USA könnten große Kabelfernsehbetreiber kleinere aufkaufen, doch es könnte Überschneidungen in der regionalen Abdeckung geben – selbst bei einem Koaxialkabelnetz ist dies für Investoren schwer zu rechtfertigen.

Für Anbieter benötigen kleinere Betreiber in der Regel andere Lösungen und Supportleistungen als etablierte Betreiber. Sie wünschen sich ein Netzwerk, das sich leicht erweitern, aufrüsten und betreiben lässt, da ihre Teams sehr schlank aufgestellt sind und kein großes Netzwerkbetriebsteam haben. AltNets sucht nach Lösungen, die einen reibungslosen Großhandel für eine Vielzahl von Einzelhandelsbetreibern ermöglichen. Kleine US-amerikanische Betreiber bieten Privat- und Geschäftskunden über dasselbe optische Verteilnetz an, ohne sich mit den Herausforderungen der branchenübergreifenden Koordination auseinandersetzen zu müssen. Einige Anbieter haben den neuen FTTP-Boom genutzt und Vertriebs- und Supportteams aufgebaut, die sich auf die Bedürfnisse dieser kleinen Betreiber konzentrieren.

【Anmerkung: Omdia entstand durch den Zusammenschluss der Forschungsabteilungen von Informa Tech (Ovum, Heavy Reading und Tractica) mit der übernommenen technischen Forschungsabteilung von IHS Markit. Es handelt sich um eine weltweit führende Technologie-Forschungsorganisation.】


Veröffentlichungsdatum: 16. Juli 2021